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— Aktuelles 2016

Klimaschutz braucht messbare Fortschritte

Berlin. Mit einem Forderungskatalog hat Zukunft Erdgas, der Zusammenschluss der deutschen Gaswirtschaft, die Bundesregierung zu einem Kurswechsel in der Klimaschutzpolitik aufgerufen. „Schon heute ist absehbar, dass Deutschland die Klimaziele 2020 verfehlen wird. Die Politik muss endlich alle Anstrengungen auf die Reduktion von Treibhausgasen konzentrieren. Das Verfehlen der Ziele wird politisch hingenommen. Wir rufen die Bundesregierung zu einer Klimapolitik auf, die schnell zu einer messbaren CO2-Einsparung führt und bezahlbar bleibt“, sagte Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas jetzt in Berlin. Die Pressekonferenz bildete den Auftakt einer bis Ende 2017 laufenden Kampagne der Gaswirtschaft.

 

Die Bundesregierung hat die Verabschiedung des Klimaschutzplans 2050 kurzfristig verschoben. „Doch schon jetzt ist absehbar, dass auch der neue Entwurf keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten werde“, so die Initiative weiter. „Die CO2-Einsparung muss die zentrale Frage sein. Deswegen muss der Ausstieg aus der Kohleverstromung schneller erfolgen, die Elektrifizierung aller Sektoren beendet und klimafreundliche Erdgas-Lösungen in allen Sektoren eingesetzt werden“, betonte Kehler.

 

Seit dem Jahr 2010 hat Deutschland keine nennenswerten Fortschritte in der Reduktion von CO2-Emissionen verzeichnet – trotz größter Anstrengungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien. In allen Sektoren – Wärme, Strom und Verkehr – herrsche Stillstand. „Der Handlungsdruck ist enorm. Doch innerhalb der Bundesregierung gibt es keine klare Linie und keine Verständigung auf dringend notwendige Maßnahmen. Dies zeigt die erneute Verschiebung des Klimaschutzplans“, sagte Dr. Gerhard Holtmeier, Mitglied des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft. Statt jetzt zu handeln, verspreche die Bundesregierung die Umstellung aller Lebensbereiche auf strombasierte Lösungen. „Um sämtliche Sektoren, wie den Wärme- oder Mobilitätsbereich zu verstromen, müsste die Stromkapazität aber mindestens verfünffacht werden“, so Holtmeier weiter. „Wie das gelingen soll, darüber lässt die Regierung die Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft und letztlich auch uns im Unklaren“, bemängelte Holtmeier.

 

Gleichzeitig bestehe dringender Handlungsbedarf: So produziere Deutschland klimaschädlichen Kohlestrom im Überfluss, während Gaskraftwerke stillständen, die 70 Prozent weniger Emissionen ausstoßen. Der Absatz von Erdgasfahrzeugen gehe zurück, obwohl diese rund ein Drittel weniger Emissionen verursachen als Benzin und Diesel und die ideale Lösung der drängenden Stickoxid- und Feinstaubproblematik sind. 71 Prozent aller Heizungen seien modernisierungsbedürftig und verbrauchten mehr Energie als nötig. „Wir brauchen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für energetische Sanierungen oder Abwrackprämien für alte Heizungen“, forderte Kehler. „Auch im Wärmesektor müssen Klimaschutz und Kosteneffizienz die Leitwährung aller Sanierungsmaßnahmen sowie gesetzlicher Regelungen sein“, sagte Kehler weiter.

 

Die Branchenvertreter betonten, dass die Gaswirtschaft den Ausbau erneuerbarer Energien unterstütze. Sie wiesen darauf hin, dass Deutschland eine flächendeckende und verlässliche Gasinfrastruktur habe, die zur Speicherung und zum Transport von regenerativem Strom und Erdgas (Bio-Erdgas) genutzt werden könne. Für ersteres biete sich die innovative Power-to-Gas-Technologie an, mit deren Hilfe erneuerbarer Strom in Methan umgewandelt, gespeichert und transportfähig gemacht wird. Der Klimaschutzplan der Bundesregierung ignoriere das Innovationspotenzial der Gastechnologie, beklagte Kehler.

 

 

— 10.11.2016

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