— Expertengespräch

Energiewende in Deutschland: ein internationales Vorbild?

Im Europa-Park diskutierten 20 Experten das Jahrhundertprojekt

 

Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten am 7. August im Rahmen des GAZPROM Erlebnistages im Europa-Park in Rust die Umsetzung der Energiewende in Deutschland.

Dazu begrüßten Burkhard Woelki (Direktor Unternehmenskommunikation) und Michael Mack (Geschäftsführung Europa-Park) die Referenten Dr. Felix Christian Matthes (Öko-Institut), Lutz Gawehns (GAZPROM Germania) und Dr. Timm Kehler (Erdgas mobil).

 

Zu Beginn gab Dr. Felix Christian Matthes, Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik des Öko-Instituts, einen interessanten Impulsvortrag zur aktuellen Diskussion rund um die Energiewende. „Es ist ein fundamentaler Strukturwandel im Gange, getrieben durch ein volatiles Marktumfeld“, betonte Matthes. Er warnte vor einem Energiewendeparadox: „Die Ausweitung sauberer Energien hat nicht zu einer Reduktion von CO2-intensiven Stromerzeugungen geführt. Im Gegenteil, die Stromproduktion aus Braunkohle nimmt weiter zu“. Indessen ändern sich die Präferenzentscheidungen der Konsumenten zugunsten umweltfreundlicher Technologien, so Matthes. „Die Herausforderung für die Erdgasbranche besteht insbesondere darin, über die Brückenfunktion hinaus langfristige Gestaltungsoptionen des Energieträgers aufzuzeigen.“

 

Ohne eine schrittweise Steigerung des Anteils von Erdgas in der deutschen Stromerzeugung werde das Jahrhundertprojekt nicht  gelingen, insbesondere was das Erreichen der Klimaziele anbelangt. Erdgas stehe für Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. „Das sind gute Voraussetzungen, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern“, betonte Matthes.

 

Im Anschluss hob Lutz Gawehns, stellvertretender Direktor Speicher, die Bedeutung von Erdgasspeichern im Kontext der Versorgungssicherheit hervor. „Gerade in Spitzenzeiten garantieren unsere Erdgasspeicher Stabilität und Sicherheit für ganz Europa. Nur sie können Verbrauchsschwankungen ausgleichen und eine bedarfsgerechte und zuverlässige Versorgung gewährleisten. Daher entwickeln wir Projekte im Bereich Gasspeicherung und wenden dafür umfangreiche Investitionen auf“, so Gawehns.

 

Eine wichtige Rolle komme auch der Mobilität zugute. So setzt die Autoindustrie verstärkt auf erdgasbetriebene Fahrzeuge, die eine wichtige Rolle bei der Energiewende im Verkehr spielen können. „Die automobile Zukunft kann mit Erdgas und Bio-Erdgas im Tank angepackt werden. Dieser Weg ist bereits heute praxistauglich und bezahlbar“, betonte Dr. Timm Kehler, Geschäftsführer der erdgas mobil, in seinem Anschlussvortrag.

 

Grundsätzlich sei der tiefgreifende Umbau der Energieversorgung nur dann zu stemmen, wenn er auch von den Bürgern und der Wirtschaft getragen wird, so Kehler. Das wiederum setzt zweierlei voraus: Zum einen müssen Strom, Wärme und Kraftstoffe bezahlbar bleiben, zum anderen darf die bislang sehr hohe Versorgungssicherheit nicht aufs Spiel gesetzt werden. Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland werde für die internationale Diskussion eine wichtige Rolle spielen.

 

Letztendlich profitieren alle davon: Die Energiewende ist die beste Visitenkarte für innovative, effiziente Technologien, Maschinen und Produkte „made in Germany“, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

 

 

 

 
 

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