— Pressegespräch

Erdgas als Kraftstoff

 

GAZPROM Germania begrüsste im Vorfeld des Bundesligaspiels FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg
am 1. Februar 2013 rund 30 Vertreter aus Medien und Wirtschaft zum Pressegespräch.

 

 

Im Beisein von Vyacheslav Krupenkov (Hauptgeschäftsführer GAZPROM Germania) und Dr. Ulrich Hackenberg (Audi AG, Vorstand Technische Entwicklung) diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, welche Rolle Erdgas als Kraftstoff in der deutschen Verkehrs- und Klimapolitik spielen kann und wie das Potenzial dieses alternativen Kraftstoffs besser ausgeschöpft werden kann.  

 

Zum Auftakt skizzierte Dr. Timm Kehler (Geschäftsführer der erdgas mobil GmbH) die aktuellen Entwicklungen im Kraftstoffbereich. „Erdgas ist inzwischen die bedeutendste Antriebsalternative“, so Kehler. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt mehr als 7.800 Neuwagen mit Erdgasantrieb verkauft. Das ist ein Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 (2600 Fahrzeuge). Außerdem sei Erdgas mit Abstand der günstigste Kraftstoff. Ein Kilogramm Erdgas sei energetisch vergleichbar mit 1,5 Litern Super-Benzin und koste nur die Hälfte. „Erdgas-Fahrzeuge sind keine rollenden Verzichtserklärungen mehr. Sie sind in Leistung und im Fahrvermögen absolut konkurrenzfähig gegenüber Benzinern“, betonte Kehler.

 

In diesem Zusammenhang verwies Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger (Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen der RWTH Aachen), auf die langfristige Verfügbarkeit des Energieträgers Erdgas. Die Versorgung mit Erdgas sei noch auf Jahrhunderte gesichert. Auch die leicht erhöhten Anschaffungskosten von bis zu 3.000,- EUR für ein CNG-Auto amortisierten sich innerhalb von drei bis fünf Jahren. Außerdem habe sich die Modellpalette in den vergangenen Jahren stark erweitert.

 

Dies bestätigte auch Peter Weisheit (Volkswagen AG, Sprecher der Kommunikation Technologie), der die Kraftstoffstrategie des VW-Konzerns vorstellte. Mit dem aktuellen Verkaufsstart des Golf Variant TGI mit CNG-Antriebe erfülle Volkswagen bereits jetzt den Wunsch der europäischen Politik bei allen Fahrzeugen den Ausstoß der CO2-Emissionen auf 95 Gramm pro Kilometer zu senken. Die Nachfrage ziehe an, die Wartezeiten würden steigen und der Anschaffungspreis läge nur noch 1.000,- EUR über einem vergleichbaren Diesel. Weisheit erinnerte dabei auch an eine strategische Aussage des Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Winterkorn: „Wir müssen das Thema Erdgas in den kommenden Jahren noch viel intensiver angehen als bisher“.

 

 

Diese Aussage unterstrich auch Timo Vehrs (GAZPROM Germania Direktor Business Development). GAZPROM setze sich seit vielen Jahren für die Weiterentwicklung des Themas Erdgas als Kraftstoff ein. „In Deutschland planen wir den Betrieb von mind. 35 Erdgastankstellen bis Ende 2015 und arbeiten an weiteren Standorten im nahen europäischen Umland“, so Vehrs. Darüber hinaus beginne GAZPROM erste Erfahrungen im Einsatz von Flüssigerdgas „Liquefied Natural Gas“ (LNG) zu sammeln. Das auf -161 Grad Celsius gekühlte und verflüssigte Erdgas kann auf engem Raum gespeichert werden. Der Markteinstieg erfolge im Nordosten Polens, wo das LNG für den Anfang bei der Betankung von Bussen  im öffentlichen Personennahverkehr eine Rolle spielen werde.

 

„Es gibt aber noch jede Menge zu tun“, so Vehrs. Ein wichtiger Punkt sei die fehlende Transparenz an der Zapfsäule, da Erdgas im Gegensatz zu Benzin und Diesel in Kilogramm ausgezeichnet wird. Die tatsächliche Kostenersparnis  sei für den Verbraucher so nicht auf den ersten Blick ersichtlich. „Am besten wäre ein Benzinäquivalenzpreis am Preismast, um auch den Preisvorteil gegenüber Super und Diesel zu verdeutlichen“, betonte Vehrs.

 

Als positives Signal werteten die Experten den Beschluss der Bundesregierung im Koalitionsvertrag Erdgas über 2018 hinaus steuerlich begünstigen zu wollen und mahnten eine schnelle Umsetzung an. Denn damit bleibt Erdgas langfristig deutlich günstiger als Benzin oder Diesel.

 

Im Anschluss standen Vyacheslav Krupenkov (Hauptgeschäftsführer GAZPROM Germania) und Dr. Ulrich Hackenberg (Audi AG, Vorstand Technische Entwicklung) den Medien-vertretern Rede und Antwort. „Erdgas als Kraftstoff hat ein enormes Potential für eine energieeffiziente, ökologische und wirtschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen. Wir werden weiter in das Erdgastankstellennetz investieren“, sagte Krupenkov.

 

In diesem Zusammenhang gab Krupenkov bekannt, dass GAZPROM ab Mai 2014 das weltweit einzige Erdgas-Marken-Rennen, den VW Scirocco R-Cup, als Kraftstofflieferant unterstützen wird. Darüber hinaus sei auch ein Erdgasrennen in Moskau geplant. „Der Scirocco-Cup zeigt, dass sich Leistungsstärke, Umweltfreundlichkeit und Emotionen nicht ausschließen müssen. Wir freuen uns auf eine spannende Rennserie mit Volkswagen“, betonte Krupenkov.

 

Dr. Ulrich Hackenberg verwies zum Abschluss auf die strategische Bedeutung von Erdgas als Kraftstoff für den Gesamtkonzern. „Wir wollen bis 2018 der weltweit umweltfreundlichste Autobauer sein. Der Konzern stehe auch in Zukunft zum Erdgas-Antrieb.“ So steht der Audi A3 g-tron kurz vor der Markteinführung. Und Audi zieht nach. Die zweite Generation des Längsbaukastens der Ingolstädter wird ebenfalls für einen CNG-Antrieb ausgelegt sein – nicht nur für den Audi A3. Hackenberg: „Für den A4 wird mit Sicherheit ein Erdgas-Antrieb zu bekommen sein. Sogar für den A6 ist das vorstellbar“. 

 
 

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