— Expertengespräch

LEINEN LOS FÜR LNG?

 

Rund 40 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien nahmen auf Einladung von GAZPROM Germania am 18. Juli beim Expertengespräch „Leinen los für LNG?“ in Rostock teil. Die Experten diskutierten die Frage, welches Potenzial Erdgas als Kraftstoff im Schifffahrts- und Strassenverkehr hat und wie die Möglichkeiten des alternativen Kraftstoffs besser ausgeschöpft werden können.

Mit von der Partie waren Vyacheslav Krupenkov (Hauptgeschäftsführer GAZPROM Germania) und Dr. Ulrich Bauermeister (Geschäftsführer, Rostock Port), die eine Zusammenarbeit der GAZPROM-Gruppe und der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH bekannt gaben. Mit der Betreibergesellschaft des Rostocker Ostseehafens wurde eine Absichtserklärung für die Zusammenarbeit auf dem Flüssigerdgasmarkt unterzeichnet. Langfristiges Ziel beider Unternehmen ist es, die nötige Infrastruktur für die Bebunkerung von Schiffen mit LNG bereitzustellen und damit weitere Vermarktungsmöglichkeiten zu entwickeln.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit GAZPROM. LNG hat die beste Umwelt- und Sicherheitsbilanz aller im Einsatz befindlichen Schiffskraftstoffe. Damit erfüllen die Reeder die hohen Umweltschutzauflagen“, sagt Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock. Ab 2015 gelten strengere Umweltauflagen für die Schifffahrt in der Nord- und Ostsee. Dann dürfen Schiffe nur noch 0,1 Prozent Schwefel im Treibstoff haben, statt wie derzeitig 1 Prozent.

Das im Seehafen geplante Terminal für verflüssigtes Erdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) werde sich in Zukunft auch als enormer Wettbewerbsvorteil erweisen: „Immer mehr Reeder werden ihre Schiffe auf den umweltfreundlichen Treibstoff umrüsten“, erklärte Lutz Birke, Strategie-Experte im Hafen Hamburg. Er beschäftigt sich schon lange mit LNG als Treibstoff für Schiffe – und er ist sich sicher: Erdgas hilft dabei, die Luftqualität in Hafenstädten zu verbessern. In den Schiffs-Abgasen gebe es fast keinen Feinstaub, deutlich weniger Stickoxide und kaum Schwefel.

Birke gratulierte Rostock zu der Entscheidung, künftig – ebenso wie Hamburg – den zukunftsträchtigen Treibstoff Erdgas anbieten zu wollen.

„Wir werden erst mal klein anfangen“, sagte Ulrich Bauermeister, Chef der Rostocker Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero), bei dem Expertengespräch in der Hansestadt. „Mit einigen wenigen Tanks – und dann den Markt beobachten.“ Doch auch er ist überzeugt: Wenn der Preis den Reedern Vorteile bringe, werde sich LNG durchsetzen.

Immer mehr Schiffe würden auf den Betrieb mit Erdgas umgerüstet, Neubauten gleich dafür ausgelegt. Mit der Gazprom-Gruppe habe man einen starken Partner gefunden. Es sei wichtig, dass Rostock mit dabei sei, wenn in den kommenden Jahren „ein Netz vonLNG-Anbietern“ über die Ostsee gespannt werde, so Bauermeister.

Auch Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock, zeigte sich erfreut über das Engagement der GAZPROM-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern und betonte die Wichtigkeit von Infrastrukturprojekten für die Region.

Darüber hinaus gaben Dr. Timm Kehler (Geschäftsführer, Erdgas mobil), Timo Vehrs (Direktor Business Development, GAZPROM Germania), Lutz Birke (Leiter Strategie, Hamburg Port Authority), Claus Hirsch (Technischer Inspektor, AG EMS), Max Kommorowski (Director LNG Hybrid, Becker Marine Systems) und Dr. Monika Griefahn (Chief Sustainability Officer, AIDA Cruises) Einblicke in laufende und zukünftige Projekte zur Entwicklung und Etablierung von Erdgas als Kraftstoff im Schifffahrtsverkehr.


 
 

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