— Expertengespräch

Die Energiewende:
Fluch oder Segen?

 

Die Energiewende ist ein Jahrhundertprojekt, das zu Neuorientierung von bisher unbekanntem Ausmass in Wirtschaft und Wissenschaft führen wird. Wie kann der Umbau gelingen? Was sind die Herausforderungen? Und welche Rolle spielt Erdgas im Energiemix der Zukunft? 

Antworten auf diese und weitere Fragen gaben Experten beim Expertengespräch am 21. November 2012 in Gelsenkirchen. Moderator Martin Seiwert (Wirtschaftswoche) begrüßte hierzu unter anderem Dr. Burckhardt Bergmann (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas), Dr. Axel Botzenhardt (Vorsitzender der Geschäftsführung Thyssengas GmbH), Claus Fest (Leiter Energiepolitik und Förderprojekte RWE Effizienz GmbH).

Zum Auftakt herrschte unter den Teilnehmern breite Einigkeit, dass es ein „zurück“ in die Atomenergie nicht geben darf, jedoch wurde auch Kritik an der Umsetzung der Energiewende durch die Bundesregierung geübt. Die Bundesregierung und die einzelnen Landesregierungen verfolgen eine Vielzahl von sich teilweise widersprechenden Einzelzielen, die auch dazu führen, dass es eine mangelnde Akzeptanz für die Energiewende auf Seiten der Bürger gibt. Es fehle ein Gesamtkonzept für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.

Hinsichtlich der Rolle von Erdgas im Kontext der Energiewende prognostizierten die Experten, dass Erdgas beim globalen Trend hin zu den erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle spielen wird. Erdgas sei als sauberster, fossiler Energieträger ein idealer Partner, da es maßgeblich die Energiewende unterstützt und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet.

Erdgas verdiene die volle Anerkennung der Energiepolitik. Dazu sei es jedoch notwendig, dass einerseits die Förderung der erneuerbaren Energien insgesamt korrigiert und die wirtschaftliche Sicherung für den Erhalt und Neubau von konventionellen Kraftwerkskapazitäten stärker unterstützt werden muss.

Bisher habe die Energiewende nur zu steigenden Preisen, weniger Versorgungssicherheit und wachsendem CO2-Ausstoß führt. Um aber dem entgegenzuwirken, ist es erforderlich, einen fairen Wettbewerb einzurichten und Erdgas die volle Anerkennung zukommen zu lassen, die es als umweltfreundlichster fossiler Energieträger verdient. Die Industrie und die Energieversorger müssen sich an einen Tisch mit der Politik setzen, um die richtigen Weichen für die Erreichung dieser Ziele zu stellen, lautete das Fazit der Teilnehmer.



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