27.11.2007
Mit der Realisierung des Projektes Nord Stream Pipeline entsteht für Deutschland und die europäischen Länder ein neues und langfristig wirkendes Versorgungssystem für Erdgas russischer Herkunft. Im vollen Ausbau wird dieses Pipelinesystem pro Jahr bis zu 55 Milliarden m³ Erdgas auf den europäischen Markt bringen. Mit dieser Versorgungsaufgabe ist die Schaffung von Erdgasspeicherkapazitäten untrennbar verbunden: Der kontinuierlichen Erdgasproduktion auf den Lagerstätten im sibirischen Raum steht eine diskontinuierliche Erdgasabforderung durch die Verbraucher in Deutschland und den europäischen Ländern gegenüber. Im Zusammenhang mit einer Erdgasliefergarantie unter allen Bedingungen, sollten sich diese Speicherkapazitäten möglichst in der Nähe des Verbrauchermarktes befinden.
Mit der Entwicklung von Nord Stream hat sich GAZPROM Germania daher die Aufgabe gestellt, unterirdische Speicherkapazitäten im Raum Mecklenburg-Vorpommern zu errichten. Die geologische Struktur Hinrichshagen wurde zur Eignungsuntersuchung als Erdgasspeicher ausgewählt. Gemäß Bundesberggesetz hat die GAZPROM Germania GmbH durch Kauf der Struktur Hinrichshagen als Bergwerkseigentum die Rechte zur Untersuchung und Nutzung für die unterirdische Gasspeicherung erworben. Mit den geologischen Erkundungen wird noch in diesem Jahr begonnen. Der dazu erforderliche Hauptbetriebsplan ist durch das Bergamt in Stralsund bestätigt. Entsprechend dem Bundesberggesetz sind für jede einzelne Etappe der Feldarbeiten dem Bergamt Sonderbetriebspläne zur Zulassung vorzulegen. Der Erkundungszeitraum erstreckt sich von 2007 über das Jahr 2008. Anfang 2009 werden die Resultate der Eignungsuntersuchung vorliegen.
Den Eignungsnachweis der Struktur Hinrichshagen vorausgesetzt, könnte der Speicher im Zeitraum 2010/2011 mit einer Kapazität von etwa zwei Milliarden m³ Speichervolumen in Betrieb gehen. Durch die bereits in den 1970er Jahren auf der Struktur Hinrichshagen durchgeführten geologischen Untersuchungen wird die Möglichkeit einer Speicherung von bis zu 5 Milliarden m³ Erdgas erwartet.
Für die Eignungsuntersuchung der Struktur sind finanzielle Mittel in der Größenordnung von 20 Millionen EURO vorgesehen. Beim Nachweis der Eignung werden für die Errichtung der unterirdischen und oberirdischen Speicheranlagen Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro erforderlich. Mit dieser geplanten Großinvestition wird der Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern gestärkt.
Ortsansässige und regionale Unternehmen werden in der Bauausführung und bei Montagearbeiten einbezogen. In der Bauphase wird der regionale Dienstleistungssektor starke Impulse bekommen, bis zu 250 Arbeiter werden tätig sein. Durch das Bau- und Montagepersonal wird die Kaufkraft der Region gestärkt. In der späteren Betriebsphase des Speichers werden allgemeine Dienstleistungen an ortsansässige Unternehmen vergeben. Für den Speicherbetrieb entstehen ca. 20 Dauerarbeitsplätze, im Bereich allgemeiner Service ca. 15 bis 20.
Die Planung und der Bau des Speichers werden durch ein spezielles Umweltmanagement begleitet. In der Bauphase werden die Eingriffe in die Landschaft auf das notwendige Minimum beschränkt, sowohl in der Fläche wie auch in der Zeit. Das Projekt wird mit modernsten technischen Konzepten umgesetzt und garantiert damit die höchsten Sicherheits- und Umweltanforderungen – sowohl in der Bauphase wie im Betrieb des Speichers.
Um Interessierten die Möglichkeit zum Dialog zu geben, hat GAZPROM Germania ein gebührenfreies Projekttelefon, ein Postfach sowie eine Email-Adresse eingerichtet. Kompetente Ansprechpartner stehen Bürgerinnen und Bürgern der Region für die Beantwortung ihrer Fragen bereit. Des Weiteren ist die Einrichtung einer Informationsstelle zu diesem Vorhaben für die Bevölkerung in der Region Hinrichshagen eingeplant, um über aktuelle Einzelmaßnahmen sowie über das Gesamtprojekt kontinuierlich zu informieren und Transparenz zu gewährleisten.