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Ein Pipeline-Netz durchzieht Europa

Trotz hoher Kosten beim Bau ist der Transport von Erdgas durch Rohrleitungen, auch Pipelines genannt, für große Mengen unerlässlich und deutlich wirtschaftlicher als die Zulieferung per Tankwagen oder Schiff, welche die Verflüssigung des Erdgases erfordert.

 

Ein weitverzweigtes Netz von Pipelines in Europa (über 360.000 Kilometer allein in Deutschland) macht es möglich, dem Endverbraucher das Erdgas bis in seinen Haushalt zu liefern. Zur Druckregulation verändern Verdichterstationen alle 100 bis 200 km die Strömungsgeschwindigkeit des Gases.

 

Die Pipelines mit einem Durchmesser von 1,60 Metern führen über verschiedene Wege von Sibirien durch Osteuropa zu den westeuropäischen Erdgashändlern und den deutschen Stadtwerken. Bevor das Erdgas in die deutschen Hausanschlüsse mit einem Durchmesser von drei Zentimetern geleitet werden kann, muss der Druck über die letzten Etappen wieder abgesenkt werden.

 

Neben den Pipelines besteht auch die Möglichkeit, das geförderte Gas - zum Beispiel von den Offshore-Anlagen auf hoher See - mit dem Schiff zu transportieren. Dafür kühlt man den Energieträger auf -162°C  bis -164°C herunter. Bei diesen Temperaturen verflüssigt sich das Gas (LNG) und beansprucht dadurch nur noch 1/600 seines Ursprungsvolumens. Bei der Löschung der Ladung werden somit aus 125.000 Kubikmetern Gas wieder 75 Millionen Kubikmeter - das reicht, um eine Stadt mit 300.000 Einwohnern ein Jahr lang zu versorgen.

 

Das Gas wird nicht immer sofort vor Ort an den Endverbraucher weitergeleitet, da der Erdgasverbrauch im Tages- und Jahresdurchschnitt sehr starken Schwankungen unterliegt. Vor allem weil im Sommer nicht geheizt wird, ist der Erdgasverbrauch niedriger als im Winter - auch zwischen Tag und Nacht bestehen Unterschiede im Erdgasverbrauch. Da das Erdgas aber regelmäßig durch die Leitungen fließt, ist eine Speicherung untertage erforderlich. So kann im Winter auf die gespeicherten Vorräte zurückgegriffen werden. In Tiefen von 1.000 bis zu 3.000 Metern wird das Gas entweder in ehemaligen ausgeförderten Lagerstätten oder in Salzkavernen gespeichert. Letztere werden durch ein aufwendiges Bohr- und Solungsverfahren in unterirdischen Salzschichten gebaut.