Erdgas - sicherer, umweltverträglicher und effizienter Energieträger

Erdgas ist ein brennbares Naturgas, das in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es muss also genauso wie Erdöl aus den Tiefen der Erde gefördert werden. Da es ähnlich wie Erdöl entsteht, tritt es häufig zusammen mit dem "schwarzem Gold" auf.

 

Den Rohstoff Erdgas gibt es in vielen Varianten. Je nach Förderregion unterscheidet man verschiedene Qualitätsstufen von Erdgas, die auf unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung beruhen. Eines aber ist bei allen Erdgasformen gleich: der Hauptbestandteil ist Methan. Häufig enthält Erdgas auch größere Anteile so genannter höherer Kohlenwasserstoffe (Alkane) wie Ethan, Propan, Butan und Pentan. Weitere Bestandteile sind teilweise Schwefelwasserstoffe und zum Teil bis zu neun Prozent Kohlenstoffdioxid.

 

Nach dem Methangehalt klassifiziert man zwei große Gruppen:

  • Erdgas der Gruppe H
    Erdgas der Gruppe H (kurz H-Gas bzw. High Gas) ist aufgrund seines hohen Methananteils zwischen 87 und 99% von höchster Qualität. Auch russisches Erdgas ist H-Gas und zeichnet sich durch seinen außergewöhnlich hohen Brennwert und damit durch einen hohen Energiegehalt aus. Aufgrund seines hohen Methangehalts (ca. 98%) zählt es zu den hochwertigsten Erdgasen weltweit.
  • Erdgas der Gruppe L
    Erdgas der Gruppe L (kurz L-Gas bzw. Low Gas) bezeichnet Erdgas mit einem geringeren Methananteil zwischen 80 und 87%. Es kann jedoch oft (ohne weitere Veredelung) nicht direkt zum Endverbraucher geleitet werden, wenn die Qualitätsnorm (11,1 KWh/m³) nicht erfüllt ist. Im norddeutschen Raum, wo fast alle deutschen Erdgas-Lagerstätten liegen, ist die Gasqualität sehr unterschiedlich, es überwiegt jedoch das L-Gas. Auch aus den Niederlanden wird vornehmlich L-Gas importiert.

 

Folglich variiert mit dem Anteil des Methans der Prozentsatz der übrigen Gase im Erdgas, der sogenannten Inertgase. Diese reaktionsträgen (inert) Gase sind meist Stickstoff oder Kohlendioxid sowie Edelgase wie Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon oder Radon. Ist dem Erdgas Schwefelwasserstoff auf natürlichem Wege beigemischt, handelt es sich um sogenanntes „Sauergas“, das aufwendig gereinigt werden muss.